AIRRUS

Reportage:


Verehrtes Ärzte-Kollegium, liebe Freunde,

ich bedanke mich bei Ihnen für die Ehre diesen Vertrag halten zu dürfen. Heute möchte ich von einem besonderen Fall aus meiner Praxis berichten.

Seit einiger Zeit massiert die Werkzeitung "One" die Gehirne der gesamten Airbus-Belegschaft. Diese farbige Lektüre liefert viel Lesestoff und spannende Bilder, auf denen man die gewöhnlichen Ingenieur-Porno-Reize wie entkleidete Flugzeugteile und lächelnde Menschen während eines gemeinsamen Technoorgasmus' wahrnehmen kann.

Im Namen der Wissenschaft habe ich die Wirkung dieser Zeitung auf meinem eigenen Leib untersucht und mit Begeisterung festgestellt, dass das Studieren dieses Blattes durchaus positive klinische Nebenwirkungen hat. Das Phänomen habe ich als "Kommen durch Lesen" genannt und gleich für die Anwendung in der zeitgemäßen Medizin empfohlen. Lassen Sie mir bitte an dieser Stelle den Höhepunkt dieser Methode skizzieren.

Es gilt als erwiesen, dass bei gesunden Männern die Denkfähigkeit angesichts nackten Tatsachen in den Bereich "um den Becken" wandert und sich dort sichtbar entfaltet. Wir Ärzte wissen aus der Erfahrung, das Männer in diesen Momenten besonders nachgiebig und aufnahmefähig sind. Meine neue Sex-Medizin, sowie die "One" nutzen diesen Fakt in voller Länge aus. Während die Patienten sich mit der Zeitung beschäftigen und die Natur ungestoppt freien Lauf nimmt, sendet die gleiche Zeitung die Signale der Zufriedenheit, Überlegenheit und Einzigkeit. Diese versteckten Botschaften schleichen sich mehrmals in den Leser hinein und so, reibend, befriedigen ihn später oder früher restlos.

Die Aufmerksamsten von Ihnen, verehrte Kollegen, werden mir bestimmt entgegnen und sagen, dass diese bahnbrechende Methode nur auf die männlichen Gestalten zielt. Jein, hier tummele ich selbst immer noch im Unklaren. Dennoch würde ich behaupten, liebe Kollegen und Kolleginnen, dass das elementare Betrachten eines dermaßen "belesenden" Mannes eine gesunde Frau weder ruhig noch belanglos lässt. Leider ist nicht abzuschätzen, wie schnell sie dann den gleichen Zustand, wie der des Mannes, erreicht.

Aus meinen Untersuchungen ist bekannt, dass die Zeitungsberichte über die Landebahnverlängerung eher eine negative Wirkung ausüben, da sie angeblich die Gedanken über unbekannte Ausmaße fremder Geschlechtsorgane widerspiegeln. Gute Erfahrungen habe ich mit den Beiträgen zu dem "Number-One-Project" oder "Wir-Haben-Es-Geschafft"-Themen gesammelt. Gleichmäßig geschmiert auf dem Glanzpapier sichern sie dem aufmerksamen Leser einen dauerhaften Orgasmus von fünf und mehr Minuten Länge.

Ich habe nie gefragt, hochgeschätzte Kollegen, ob in dieser Hinsicht dem Zeitungsnamen "One" eine besondere Bedeutung zuzuschreiben wäre.

In Härtefällen empfehle ich die "One" in französischer Sprache.

Mit kollegialem Gruß und Dank für Ihre Aufmerksamkeit

Dr. med. Propaganda

Oktober 2004

airrus@gmx.net


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Letzte Aktualisierung: 02.12.2004

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